Diskothek „Metropol“, Rheinau-Freistett


Auch für mich mal eine andere Situation: Ich nenne den echten Namen des Lost Places, ich war ganz offiziell und soweit ich weiß exklusiv drinnen … warum das denn? Vorletztes wegen Vitamin B, das ist recht schnell erklärt. Die anderen zwei Punkte haben einen einfachen wie traurigen Grund: Ich habe mit der Veröffentlichung bewußt und verabredet gewartet, bis der Abriss im Februar begonnen hatte. Somit blieb dem Besitzer der sonst übliche „Urbex-Tourismus“ erspart. Und noch ein Novum: Ich habe auf Facebook mal etwas Story-Telling zu den einzelnen Fotos ausgetestet.

Das ganze Album gibt es hier, die Story folgt direkt hier:

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Dies war mal eine Lampe. Als ich den Flur durch die Hintertür betrat, war sie schwarz. Schwarz vom Ruß, der Ruß vom Brand, der Brand, der das Gebäude vernichtet hat.

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Ist stand nun in der Küche. Na ja, Küche ist irgendwie der falsche Begriff, zumindest bei dem, was man sich landläufig darunter vorstellt. Viel gekocht wurde hier nie, aber Getränke flossen reichlich. Die Küche jedoch war nicht der Brandherd und noch gut erhalten. Auf dem Boden konnte man aber dennoch deutlich die Spuren aus Asche und Löschwasser sehen, die seit knapp vier Jahren hier lagern.

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Von hier aus konnte ich nun den ersten Blick in den Durchgang erhaschen. Den roten Stoffvorhang hat noch jemand nach oben gekrempelt – Ordnung muß sein. Ja, hier bin ich richtig, die Rückseite der Bar. Wobei vor der Bar auch nicht schlecht ist, aber dann bitte ohne Fotos.

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Oha, die Bar. Ja, hier hat es definitiv zugeschlagen. Der Feind aller Urbexer. Und auch aller Gebäudebesitzer. Das Feuer. Am 12. Mai 2014, spät in der Nacht. Oder früh am nächsten Morgen. Auf jeden Fall war es dunkel, als es geschah. Das Unglück? Nein. Der Flug des Molotow-Cocktails, der alles in Brand setzte. Nach Feierabend, als keiner mehr im Gebäude war. Soviel Anstand hatten die Brandstifter immerhin noch.

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Einst war das „Metropol“ eine auf deutscher wie auf französischer Seite beliebte Disko in Grenznähe. Mit viel Liebe zum Detail wurde sie vom Besitzer in Handarbeit auf- und ausgebaut. Unter der Tanzfläche war ein kleiner Pool versteckt. Bei meinem Besuch konnte man von dieser Stelle aus den Himmel durch die Löcher im Dach sehen.

Wenn sich jetzt jemand fragt, warum ich den echten Namen des Ortes nenne: Seit einer Woche wird das Gebäude abgerissen, die restliche Inneneinrichtung wurde bereits vorher entfernt. Mit Rücksicht auf den Besitzer – dessen Erlaubnis ich hier hatte und der in unmittelbarer Nähe wohnt – wollte ich den üblichen Urbex-Tourismus vermeiden. Die Fotos entstanden schon im August 2017, wurden aber bis jetzt unter Verschluss gehalten.

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Ich lasse einen Blick über die Tanzfläche schweifen. Hinter dem Gitter stand wohl mal der DJ, die Traversen für Lautsprecher und Lichter sind noch da. Das Licht scheint heute jedoch durch die Decke durch und nimmt sich somit den gleichen Weg wie das Wasser.

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Die Toiletten im Keller waren nicht beschädigt. Licht gab es allerdings auch keines. Also musste ich mit der Taschenlampe arbeiten. Zum Glück hatte ich auch meine Lampe mit den RGB-LEDs dabei. Da kommt doch gleich das richtige Disko-Feeling auf. Oder an was habt ihr bei dem Licht gedacht? 

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Mitten auf dem Dancefloor, wirklich mittendrin im Licht und dennoch – Stille. Ich bin alleine hier.

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Also nochmal zurück zum Rand. Knallharte Kontraste zwischen Asche und Himmel zeigen sich.

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Alles auf Anfang, alles im Überblick behalten. Hinter mir die wunderschönen Pop-Art Tapeten, die ein halbes Vermögen gekostet haben. Schade, dass man diese nicht mehr abmachen konnte!

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Ein Blick nach rechts zeigt nun auch die Tapeten zwischen den Säulen.

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Wie eine Spinne sitzen die Alu-Traversen noch an der Decke und bewachen die Tanzfläche. Auch hier wieder der Kontrast zwischen verrußtem Holz und grellem Tageslicht.

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Für eine Feuerzangenbowle hätte zwar die Temperatur gestimmt, aber die Getränke waren die falschen. Also blieben auch diese Flaschen im Lagerregal. Schaumwein scheint flambiert nicht zu schmecken.

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